Sonntag, 30. Oktober 2016

Auf Tour: Ebner Joch (1957m) - Rofangebirge via Kanzelkehre

Zugegeben, wir hatten uns Sonne erhofft. Oben über dem Herbstnebel. War aber nicht heute, es hat sogar mal kurz ein paar Tropfen heruntergesprüht. Egal, die Tour hinauf zum Ebnerjoch (1957m) im Rofangebirge von der Kanzelkehre (Abfahrt A12 Richtung Maurach/Achensee) aus ist trotzdem immer wieder sehr schön. 1050 Höhenmeter stetig bergauf. Wer will, kann sich hier ganz schön auspowern. Der schmale, südseitige Waldsteig von der Kanzelkehre zur Astenau Alm ist derzeit mit goldenem Laub bedeckt und gibt immer wieder sehr schöne Aussichten ins Tal frei. Vorbei an der Alm ziehen sich die Höhenmeter zum Gipfel durch hoch gewachsene Latschen. Der eine oder andere steile Abkürzer entpuppt sich als echter Wadlbeißer und fordert die Kraftreserven.

Herbststimmung mit pittoresken Nebelschleiern über dem Inntal, spannende Wolkenbilder über dem Zillertal, der Blick hinunter auf den Achensee und hinüber ins gesamte Rofan- und Karwendelgebirge oben am Gipfelkreuz ist immer wieder jeden Meter wert - und wenn man dann noch das Glück hat, ganz alleine oben am Gipfelkreuz zu sein... Petra Rapp

Detaillierte Tourendaten gibt es hier: Link

Hier einige Impressionen:











Montag, 10. Oktober 2016

Neuer Highline-Weltrekord durch Slackliner Julian Mittermaier aus Brannenburg

J. Mittermaier, Foto: Hannes Kutza
Die Slackliner aus Rosenheim und Umgebung sorgen weiter weltweit für Aufsehen: Während der Rosenheimer Alexander Schulz in Italien im September dieses Jahres mit 535 Metern einen Weltrekord auf einer Waterline aufgestellt hat, gelang dem Brannenburger Julian Mittermaier ebenfalls im September ein neuer Highline-Weltrekord auf einem Nylonband. Der in Kürze 24jährige bezwang die 420 Meter lange und 300 Meter hohe Highline in der Nähe von Banja Luka im Norden von Bosnien und Herzegowina.

Die Highline wurde anlässlich des „Zweiten Drill&Chill Climbing & Highlining-Festivals“ (www.drillandchillfestival.com), das Mitte September im Tijesno Canyon in Stadtnähe von Banja Luka stattfand, auch mit Hilfe einer Drohne über eine Schlucht gespannt. Julian Mittermaier, der bereits mehrere Highline-Weltrekorde aufgestellt hat, ist die Line „onsight“ (im ersten Versuch) hin- und zurückgelaufen, wofür er insgesamt rund 1,5 Stunden gebraucht hat. 

„Beim Laufen hatte ich ca. 60 Meter Durchhang und starke Schwingungen, weil Slacklines aus Nylon im Gegensatz zu anderen Materialien hohe Dehneigenschaften haben. Durch die enorme Länge der Line kamen zusätzlich noch Schwingungen vor und zurück dazu, die man sonst eher nicht so hat. Das war schon ziemlich herausfordernd, aber hat unheimlich Spaß gemacht.“ Mehr zu Julian Mittermaier unter https://julianmittermaier.wordpress.com/

Die derzeitigen Slackline-Weltrekorde (Quelle: Elephant Slacklines): 



Tipp

Wer die heimischen Slackliner übrigens im Film sehen will: Beim renommierten Bergfilmfestival Tegernsee (www.bergfilm-festival-tegernsee) wird am 20. Oktober um 20 Uhr der Film „Kampf der Elemente“ des jungen Brannenburger Filmemachers Valentin Rapp (www.valentinrapp.blogspot.com) gezeigt. 

Julian Mittermaier ist in dem Film über ein spannendes Highline-Projekt im Wilden Kaiser einer der Hauptprotagonisten. Petra Rapp



Dienstag, 27. September 2016

Kurz, schnell, steil - Erfolgreiche Premiere des 1. Neureuth-Sprint-Berglaufs in der Region Tegernsee

Ein besonderes Laufevent feierte eine gelungene Premiere: Bei optimalen äußeren Bedingungen kamen am Samstagvormittag, 24. September, die Teilnehmer des 1. Neureuth-Sprints nach 2,5 Kilometern und 364 Höhenmetern mit einer durchschnittlichen Steigung von über 15 Prozent zwar kurzzeitig außer Atem, aber alle glücklich strahlend ins Ziel. Der Sieg beim ersten, vom Sportlabel Berg Outdoor® unter der Leitung von Kurt Löffelmann initiierten und bestens organisierten Sprint-Berg-Lauf ging bei den Herren in 14.04 Min. an den polnischen Berglauf-Profi Andrzej Dlugosz. Bei den Frauen siegte mit 16,47 Minuten die favorisierte 20-jährige Melanie Albrecht, Berglauf-Europameisterin 2013 und diesjährige Mixed-Siegerin beim 12. Gore-Tex® Transalpine-Run.

Was für eine Kulisse hoch oben über dem Tegernsee auf der schönen, an diesem Tag von strahlender Herbstsonne verwöhnten Terrasse des Berggasthof Neureuth, wo Hüttenwirt Thomas Gigl und einige Bergwachtler wie Zuschauer eifrig über ihre Favoriten des Rennens diskutierten und ihre Prognosen für die Bestzeiten abgaben. Thomas war früher selbst begeisterter Bergläufer und hat zusammen mit Kurt Löffelmann, ebenfalls früher Bergläufer und heute Country Manager Deutschland des portugiesischen Outdoor-Labels Berg Outdoor®, dieses Rennen ins Leben gerufen. „Nachdem der traditionelle Wallberglauf 2016 überraschend eingestellt wurde, haben sich die vielen lokalen und überregionalen Läuferinnen und Läufer eine Folgeveranstaltung gewünscht und wir haben das ganze ziemlich schnell auf die Beine gestellt. Die Neureuth ist ja nicht nur beliebtes Ausflugsziel, sondern hat auch eine lange Tradition mit Sportveranstaltungen. Aber so eine professionell aufgezogene Veranstaltung wie diese hatten wir noch nie hier“, erzählt Thomas. 

Kurt Löffelmann und Thomas Gigl (rechts)
Professionell sollte es von Anfang an sein – und anders als andere Rennen bisher in der näheren Umgebung. „BERG Outdoor® ist eine junge Marke, die in Europa in Zukunft richtig durchstarten will und da auch sehr gerne neue Wege geht. Unsere lange Erfahrung im Trailsektor wollen wir hier auch mit einem neuen Berglaufformat auf neuen Pfaden fortsetzen. Im Gegensatz zum derzeitigen Trend von ‚weit, weiter, ultra‘ sagen wir beim Neureuthsprint deshalb ‚kurz, schnell, steil‘ und sind sehr gespannt, wie es ankommt“, so Kurt Löffelmann vor dem Rennen. 

Harald Gmeiner, Vorstand Alpenregion Tegernsee Schliersee und selbst begeisterter Bergläufer, schickte um 9.30 Uhr am Neureuth-Wanderparkplatz per Startschuss die Läufer/innen und vorbildlicherweise auch gleich sich selbst hinauf auf die 2,5 Kilometer lange und steile Strecke, auf der der unangefochtene Sieger Andrzej Dlugosz in diesem Jahr noch nicht wirklich gefordert war. So konnte er sich einige Körner für einen weiteren Berglauf in Linz am gleichen Tag sparen. Einige Prognosen der Zuschauer im Ziel für die Bestzeit waren deshalb dann doch ein bisschen zu hoch gegriffen. Aber angekommen sind alle Teilnehmer/innen oben – und wiederkommen wollen sie laut ihrer Aussagen auch alle. Der sportlich-anspruchsvolle Reiz und die Besonderheit der Strecke, die tolle Atmosphäre, die professionelle Organisation und nicht zuletzt die kulinarischen Anreize im Ziel mit einem liebevoll hergerichteten Buffet samt Kaspressknödel, Kaiserschmarrn und Co. begeisterten sie alle, weshalb sie sich unbedingt eine Fortsetzung des Neureuthsprints im nächsten Jahr wünschen. Alle Infos unter www.neureuthsprint.de.


Statements zum Rennen:

Andrzej Dlugosz, Gesamtsieger:

„Ich bin von Anfang an mein Tempo gelaufen und das ist alles sehr gut gegangen. Den Kaiserschmarrn muss ich mir leider verkneifen, weil ich heute um 15 Uhr in Linz nochmal einen Berglauf laufe und gleich weg muss. Aber für mich hat sich die 1000 Kilometer Anreise auf alle Fälle gelohnt. Es war ein tolles Rennen und im Gegensatz zu manch anderen Profirennen sehr gut organisiert. Ich will auf alle Fälle wiederkommen.“ 

Melanie Albrecht, Wallgau, Gesamtsiegerin:

„Ich kannte die Strecke nicht und war dann doch von der Steilheit der Strecke überrascht. Ich habe dann auch schnell gemerkt, dass meine Beine noch ziemlich schwer waren vom Transalpine Run. Ich bin auch viel zu schnell losgelaufen und habe deshalb meine Oberschenkel schnell gespürt. Morgen ein lockerer 10-Kilometer-Lauf zur Regeneration und zum Laktat abbauen, dann geht es schon wieder. Aber das Format des Rennens und die Organisation sind wirklich toll und ich werde unter meinen Laufsportfreunden Werbung machen, damit im nächsten Jahr einige mit mir mitkommen.“

Rupert Stredele, Zweitplatzierter bei den Herren: 
„Kurz und steil – richtig schön so und genau das, was ich mag! Ich bin super happy und sehr zufrieden. Mein Tipp für neue Läufer im nächsten Jahr: Ja nicht zu schnell angehen, sonst machen die Muskeln gleich zu!“

Veronika Obermayer, Trostberg, vor vier Jahren nach schwerem Autounfall im Rollstuhl mit der Prognose „Nie wieder normaler Sport“, Rang 10 Damen, 3. Platz AK:

„Das war heute mein erster Berglauf überhaupt und mir geht es eigentlich gut. Ich bin schon stolz auf mich, habe mir vorgenommen, in unter 45 Minuten hier oben zu sein und das habe ich geschafft. Mein Tipp an alle, die mal im Rollstuhl sitzen müssen wie ich es musste: nie aufgeben und immer auf sich selbst hören, sich Ziele setzen. Auch, wenn das Umfeld das vielleicht nicht immer gut findet. Mir haben die Ärzte gesagt, ich kann nie wieder Sport machen – jetzt stehe ich hier oben.“


Damian Zmudzinski, begeisterter Läufer aus Rottach-Egern, Rang 10 Gesamtwertung: 

„Ich bin zufrieden mit meiner Leistung, aber konnte heute nicht so ganz an meine Grenzen gehen. Ich trainiere ja oft hier und habe gewusst, dass das eine sehr anstrengende Strecke ist. Ich bin unter 20 Minuten gelaufen, das hatte ich mir vorgenommen, deshalb bin ich zufrieden. Ich hoffe sehr, dass das Rennen nächstes Jahr wieder stattfindet.“

Luca Niedermaier, 13 Jahre, jüngster Teilnehmer, Rang 18 Gesamtwertung, Platz 1 Jugend:

„Ich wollte Berglaufen heute einfach mal ausprobieren. Ich bin eigentlich Turner, aber gehe halt zwischendurch auch mal zum Laufen. Es hat mir echt Spaß gemacht und ich will im nächsten Jahr schon wieder dabei sein.“


Harald Gmeiner, Vorstand Alpenregion Tegernsee Schliersee, Rang 15 Gesamtwertung, 1. Platz AK 50:
„Das war zwar schon extrem anstrengend, aber ein hochinteressantes Rennformat mit meiner Meinung nach großer Zukunft – auch für Topathleten. Das ist halt ganz was anderes als ein Ausdauerlauf. Hier sind andere Qualitäten gefragt: Schnellkraft, gute Renneinteilung, Laufen am Limit mit hoher Pulsfrequenz auf 2,5 Kilometer. Aber es hat richtig Spaß gemacht, auch mal an die Grenzen zu gehen. Mein Dank an BERG Outdoor® und Thomas Gigl mit seinem Neureuth-Team . Das war klasse und ich möchte auf jeden Fall im nächsten Jahr wieder antreten.“


Kurt Löffelmann, Country Manager BERG Outdoor®, Veranstalter Neureuthsprint:
„Meine Anspannung wechselt jetzt mit Entspannung. Wir haben das mit unseren Partnern sauber hinbekommen. Die Teilnehmer sind happy, alles hat perfekt geklappt, das Wetter war super – besser kann es kaum laufen. BERG Outdoor® wird sich als Trailrunningspezialist weiter engagieren und den Sport hier noch stärker publik machen. Das war ein sehr guter Anfang, die Resonanz und Zusammenarbeit war von der Idee bis zur Umsetzung mit allen Beteiligten extrem positiv. Das war mit Sicherheit nicht der letzte Neureuthsprint.“


Gesamtwertung 1. Neureuth-Sprint 2016:


Männer:
1. Andrzej Dlugosz (1978), Polen 14.04
2. Rupert Stredele (1987) SVO LA Germaringen, 15.28
3. Matthias Franke (1982 Rennsteiglaufverein), 16.10
Frauen:
1. Melanie Albrecht (1996), Wallgau, 16.47
2. Barbara Stich (1966), PTSV Rosenheim, 18.09
3. Doris Posch (1966), 19.20

Alle Ergebnisse und Altersklassenwertungen unter: http://www.neureuthsprint.de/index.php/anmeldung.html

Petra Rapp

Donnerstag, 22. September 2016

Slackline: Neuer Waterline-Weltrekord durch Alex Schulz

Alexander Schulz, Foto One Inch Dreams
1991, vor genau 25 Jahren, war die Nachricht vom Sensationsfund der Gletscher-Mumie Ötzi um die Welt gegangen. Am 18. September fand jetzt im Schnalstal ein besonderes Event im Rahmen des Ötzi-Jubiläums statt: Slackliner Alexander Schulz vom Profiteam One Inch Dreams stellte am Stausee in Vernagt auf der mit 535 Metern bisher längsten „Waterline“ (Slackline über Wasser) einen neuen Weltrekord auf.

Dieser Weltrekord reiht sich in eine Kette von spektakulären Slackline-Projekten ein, die Alexander Schulz bisher bereits bewältigt hat: 2014 gelang dem Rosenheimer die Begehung der ersten Cablecar-Highline zwischen den Gletscherbahnkabinen der Bayerischen Zugspitzbahn am höchsten Gipfel Deutschlands, 2015 lief er die mit 610 Metern längste über Boden in China (aktueller Weltrekord) und stellte ebenso in China mit 375 Metern einen neuen Highline-Weltrekord auf. Im Schnalstal war es vor dem Weltrekordversuch zum „Warm up“ auf den Schnalser Gletscher gegangen, wo eine 100m lange Highline vom Hotel “Grawand“ (3.212 m) in Richtung der Grawand-Spitze gespannt war. Gegen Mittag schaffte Alexander Schulz vor hunderten Zuschauern dann das Kunststück, den Stausee in Vernagt auf einer Slackline zu überqueren und dabei die neue Weltrekordlänge von 535 Metern zurückzulegen. Mehr Informationen unter www.oneinchdreams.com

Hier eine Übersicht über die diversen, derzeit aktuellen Slackline-Weltrekorde:

Foto: Elephant Slacklines

Petra Rapp